Betriebswassernutzung

Referenten: Rahel Germershausen, Simone Maxl, Evi Scheller, Lena Weiß
3. Schematischer Aufbau der Anlagen

Um die Anlagen vergleichen zu können, beschränken wir uns nun auf die Anlagen, die den gleichen Zweck haben, in Ein- oder Mehrfamilienhäusern Betriebswasser zu nutzen.






Grauwasseraufbereitungsanlage
Inhaltsverzeichnis

1.   Begriffsdefinitionen
und Wasserverbrauch
2. Anlagen zur Wasseraufbereitung
   2.1 Grauwasser
2.2 Regenwasser
2.3 Salzwasser
2.4 Schlammwasser
3.   Schematische Darstellung
4.   Analysen der Stoffflüsse
5.   Wirtschaftlichkeit im Vergleich
6.   Auswirkungen
7.   Fazit
8. Quellen

Abb.20
Grauwasseraufbereitungsanlage

Quelle: eigene Darstellung


Grauwasseraufbereitungsanlage mit Wärmerückgewinnung


Abb.21
Grauwasseraufbereitungsanlage mit Wärmerückgewinnung

Quelle: eigene Darstellung



Regenwasseraufbereitungsanlage von Dachablaufwasser


Abb.22
Regenwasseraufbereitungsanlage von Dachablaufwasser

Quelle: eigene Darstellung



Regenwasseraufbereitungsanlage von Oberflächenwasser


Abb.23
Regenwasseraufbereitungsanlage von Oberflächenwasser

Quelle: eigene Darstellung



4. Analysen

Nachdem alle Anlagen durch einheitliche Darstellungsweise und Sammlung aller wichtigen Kosten- und Verbraucherdaten vergleichbar gemacht wurden, werden sie in mehreren Schritten analysiert. Im Anschluss werden Vor- und Nachteile als Ergebnis zusammengefasst.


4.1 Lebenszyklusanalyse

Um die Anlagen genau einordnen zu können, muss die Zeit vor und nach der Nutzungsperiode mitbetrachtet werden. Vor allem bei Betrachten des ökologischen Wertes einer Wasseraufbereitungsanlage ist wichtig, wie viel Energie- bzw. Rohstoffaufwand zur Bereitstellung und zum Abbau der Anlage betrieben werden muss.

Lebenszyklusanalyse Abb.24 Lebenszyklusanalyse

Quelle: eigene Darstellung

Durch den Aufwand in der Herstellungsperiode, für die Herstellung von Baumaterialien und der Anlage selbst, ändert sich die Gesamtenergiebilanz erheblich. Auch die Vorstufe der Energie- und Grundstoffbereitstellung darf nicht außer Betracht gelassen werden.
Außerdem werden Rohstoffe verbraucht, die in der Rückbauphase eventuell nicht mehr vollständig getrennt und zurückgeführt werden können.
Während der Nutzungsphase fallen ebenfalls ausgetauschte Bauteile an, die recycelt werden müssen.
Da Kosten und Energiewerte für diese Parameter schwer zu erhalten sind, wird im folgenden Diagramm der Stofffluss differenzierter innerhalb der Nutzungsperiode der Anlagen untersucht.


4.2 Stoffflussanalyse

Die Regenwasseraufbereitungsanlage substituiert, genauso wie die Grauwasseraufbe-reitungsanlage ca. 200 Liter Trinkwasser. Bei der Grauwasseraufbereitungsanlage wird jedoch auch der Abwasseranfall gesenkt, da hausinternes Grauwasser wieder verwendet wird. Für diesen Filtervorgang ist jedoch ein höherer Energieaufwand nötig, da er aufwendiger als die Reinigung des relativ sauberen Regenwassers ist.

Ist die Grauwasseranlage mit einer Wärmerückgewinnungsanlage gekoppelt, werden außerdem täglich 3,2 kWh Energie aus bereits erwärmten Wasser gewonnen und somit verringert sich der Energiebedarf des gesamten Haushalts.

Stoffflussanalyse Abb.25 Stoffflussanalyse

Quelle: eigene Darstellung


4.3 Trink- und Abwassermengen

Das Diagramm stellt den Trinkwasserverbrauch und die anfallende Menge Abwasser bei Verwendung von einer Regenwassernutzungsanlage, einer Grauwassernutzungsanlage und einem herkömmlichen Haushalt ohne zusätzliche Anlage dar.

Ein herkömmlicher Vier-Personen Haushalt benötigt etwa 520 Liter Trinkwasser pro Tag, die gleiche Menge wird wieder ins Abwasser geleitet. Bei einer Regenwassernutzungsanlage lässt sich erkennen, dass nur 320 Liter Trinkwasser pro Tag verbraucht werden. Das ist eine Einsparung von 200 Litern Trinkwasser im Gegensatz zu einem herkömmlichen Haushalt.
Die Abwassermenge ist dabei dieselbe wie bei einem normalen Haushalt, da das eingespeiste Regenwasser genauso in den Abwasserkreislauf geführt wird wie verwendetes Trinkwasser.

Die Grauwasseranlage hingegen spart 200 Liter Trink- und 200 Liter Abwasser ein. Dies ergibt sich aus der Zweifachnutzung des Trinkwassers durch die Grauwasseraufbereitungsanlage. Die Differenz von Abwasser zu Trinkwasser wirkt sich jedoch nicht finanziell aus, da die Abwasserkosten nach dem Verbrauch des Trinkwassers berechnet werden.

 
Vergleich des Wasserverbrauchs beim Einsatz von Regen- oder Grauwassernutzungsanlagen
Abb.26
Vergleich des Wasserverbrauchs beim Einsatz von Regen- oder Grauwassernutzungsanlagen

Quelle: eigene Darstellung

Vergleich Regen- und Grauwassernutzung
Abb.27
Vergleich Regen- und Grauwassernutzung
in Abhängigkeit der Personenanzahl

Quelle: eigene Darstellung


4.4 Bedarfsdeckung

Wenn man eine Regenwasseranlage mit einer Grauwasseraufbereitungsanlage in Bezug auf die Bedarfsdeckung vergleicht kann man erkennen, dass eine Regenwasseranlage nur für einen Vier-Personen Haushalt wirklich rentabel ist, wenn man von einer 100 qm Dachfläche ausgeht. So kann bei steigender Bewohnerzahl und gleich bleibender Dachfläche ein immer geringerer Wert Regenwasser pro Person genutzt werden, dass das zugeführte Trinkwasser ersetzt.

Bei einer Grauwasseraufbereitungsanlage sieht es hingegen anders aus.
Hier ergibt sich ein ausgleichendes Verhältnis zwischen dem anfallenden Grauwasser und dem benötigten Betriebswasser.
Jede Person produziert ebensoviel Grauwasser, wie sie nach der Reinigung durch die Grauwasseraufbereitungsanlage Betriebswasser nutzen kann. So rentiert sich eine Grauwasseranlage unabhängig von der Zahl der Bewohner.


Betriebswasser - Inhaltsverzeichnis

1.   Begriffsdefinitionen
und Wasserverbrauch
2. Anlagen zur Wasseraufbereitung
   2.1 Grauwasser
2.2 Regenwasser
2.3 Salzwasser
2.4 Schlammwasser
3.   Schematische Darstellung
4.   Analysen der Stoffflüsse
5.   Wirtschaftlichkeit im Vergleich
6.   Auswirkungen
7.   Fazit
8. Quellen

Deckungsbedarf Einfamilienhaus
Deckungsbedarf Mehrfamilienhaus
  Abb.28
Deckungsbedarf Mehrfamilien- und Einfamilienhaus

Quelle: Seelig-Morell, Tamara, InfoForum Regenmanagement - Regenwasserbewirtschaftungssysteme
in Berlin und Brandenburg, Berlin, 2000